Wie in den letzten Tagen berichtet, haben die Blutkonservenbestände einen kritischen Stand erreicht. Wir sind überwältigt und enorm dankbar, dass ihr dem Aufruf so schnell und zahlreich gefolgt seid. Noch sind wir nicht über den Berg, daher sind auch weiterhin alle unsere Blutentnahme-Teams in voller Stärke unterwegs. Und obwohl alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einsatz sind, kann es zu Verzögerungen kommen, denn wir stoßen gerade an personelle und zeitliche Grenzen. Zurzeit müsst ihr mit etwas mehr Wartezeit als üblich rechnen. Danke, dass Ihr so geduldig seid.
Die zeitlichen Grenzen haben übrigens einen Hintergrund: Die Blutspenden müssen innerhalb von 20 Stunden nach der Entnahme in ihre Bestandteile aufgeteilt werden, das erfolgt in unseren Herstellungszentren in Springe und Dessau. Die Zeit für den Transport und den Herstellungsprozess ist also eng, daher können die Spendeterminzeiten nur eingeschränkt verlängert werden. Hinzu kommt, dass das Blut bei 21 °C (plus/minus 3 Grad Celsius) gelagert werden muss. Dafür sind wir mit Fahrzeugen vor Ort, die eine Temperierkammer haben – wir können also nur so viel Blut entnehmen, wie die Fahrzeuge fassen. Aus pharmazeutischen Gründen muss das Blut zwingend temperiert transportiert werden, andernfalls ist die Weiterverarbeitung und Bereitstellung für Patientinnen und Patienten nicht möglich.
Im Namen aller schwerkranken und schwerverletzten Menschen sind wir dankbar für eure Geduld und eure Spendebereitschaft. Gleichermaßen verstehen wir den Frust, wenn die Spende aus den o.g. Gründen nicht klappt. Schließlich haben wir laut nach eurem lebensrettenden Einsatz gerufen. Wir tun alles, um eurer tollen Spendebereitschaft gerecht zu werden. Gleichermaßen bitten wir um Verständnis, dass es trotz aller Bemühungen zu längeren Wartezeiten kommen kann.