Blut & Blutgruppen

Wissenswertes zum Thema Blut, den Blutbestandteilen und nützliche Hintergrundinformationen für die Blutspende.

Blutbestandteile

Erythrozytenkonzentrate

Erythrozyten (rote Blutkörperchen) übernehmen den Sauerstofftransport im Blut. Sie werden z. B. bei plötzlichem Blutverlust nach einem Unfall, im Rahmen von Operationen oder bei Blutarmut (Anämie) eingesetzt. Das Erythrozythenkonzentrat ist bei 4 Grad Celsius bis zu 49 Tage haltbar.*

Thrombozytenkonzentrate

Thrombozyten (Blutplättchen) spielen eine wichtige Rolle bei der Blutstillung, indem sie Verletzungen in Blutgefäßen erkennen und verkleben. Bei einem erheblichen Mangel an Blutplättchen besteht eine hohe Blutungsgefahr. Dieses Präparat kommt bei einem Thrombozytenmangel zum Einsatz und häufig z. B. bei Krebskranken während einer Chemotherapie. Blutplättchen sind bei Raumtemperatur und ständiger Bewegung nur knapp 4 Tage haltbar.*

Plasmapräparate

Blutplasma ist für die Gerinnung des Blutes wichtig und enthält Abwehrstoffe gegen Infektionen. Es wird beispielsweise als therapeutisches Plasma bei Blutgerinnungsstörungen, bei der Behandlung von Blutverlusten, starken Verbrennungen oder Vergiftungen verwendet. Es wird außerdem benötigt, um Medikamente für Patienten mit geschwächter Immunabwehr herzustellen. Blutplasma ist bei -27 Grad Celsius bis zu 3 Jahre haltbar.*

*Die verschiedenen Blutpräparate sind begrenzt und unterschiedlich haltbar. Die lebenswichtigen Bestandteile der Blutspende können teilweise nur kurzzeitig gelagert werden. Deshalb ist es auch so wichtig, dass viele Menschen regelmäßig und wiederholt zur Blutspende kommen. 

Mehr zum Einsatz von Blutspenden
0 % 2 0 % 4 0 % 6 0 % 8 0 % 10 0 % Leukozyten Erythrozyten Plasma Thrombozyten

Blutgruppenverteilung

AB + 4 % B + 9 % 0 + 3 5 % A + 3 7 % AB 1 % B 2 % 0 6 % A 6 %

Blutgruppe & Rhesusfaktor

Die zwei wichtigsten Blutmerkmale sind Blutgruppe und Rhesusfaktor. Bei einer Übertragung von Blut eines Menschen auf einen anderen (Bluttransfusion) muss die Verträglichkeit von Spender- und Empfängerblut gegeben sein.

Heute sind 29 verschiedene Blutgruppensysteme bekannt. Die meisten davon sind für den medizinischen Alltag unbedeutend, können jedoch bei bestimmten Erkrankungen entscheidend sein. Die drei wichtigsten sind das AB0-, das Rhesus- und das Kell-System. Das AB0-System unterteilt die vier Blutgruppen A, B, AB und 0. Beim Rhesus-System unterscheidet man zwischen "Rhesusfaktor positiv (Rh+)" und "Rhesusfaktor negativ (Rh-)". Der Kellfaktor ist ein Blutgruppenmerkmal, das mit den Buchstaben Kk (Kell-positiv) und kk (Kell-negativ) gekennzeichnet wird.

Besonders bei der Versorgung von Notfallpatienten besteht ein hoher Bedarf an Blutkonserven mit der Blutgruppe 0-, da diese universell einsetzbar sind.

Interessant: Nur 15% der Bevölkerung besitzt das Blutgruppenmerkmal Rhesus negativ

Kompatibilität der Blutgruppen

Vermischt man das Blut von zwei Personen, so lässt sich in den meisten Fällen eine Verklumpung der roten Blutzellen beobachten, häufig werden sie dabei auch zerstört. Deshalb kann Blut nicht einfach von einem Menschen auf den anderen übertragen werden. Wenn einem Patienten Blut übertragen werden soll (Bluttransfusion), müssen die Blutgruppe des Spenders und die Blutgruppe des Empfängers übereinstimmen oder miteinander verträglich sein, da es sonst zu schweren Komplikationen oder tödlich verlaufenden Zwischenfällen kommen kann.

Notfallblutgruppe 0-

Menschen mit der Blutgruppe 0 und dem Rhesusfaktor negativ gelten als Universalspender – ihr Blut ist mit allen anderen Blutgruppen kompatibel. Daher ist diese Blutgruppe gerade bei der Versorgung von Notfallpatienten gefragt, sodass es wichtig ist, dass Menschen mit der Blutgruppe 0- regelmäßig Blut spenden. So hilfst du anderen und sorgst dafür, dass auch dir im Notfall schnell geholfen werden kann.

Blutgruppe wählen
Kann für Patienten mit folgender Blutgruppe spenden:

0-

0+

B-

B+

A-

A+

AB-

AB+

Kann rote Blutkörperchen von folgenden Spendern erhalten

0-

Kann für Patienten mit folgender Blutgruppe spenden:

0+

B+

A+

AB+

Kann rote Blutkörperchen von folgenden Spendern erhalten

0-

0+

Kann für Patienten mit folgender Blutgruppe spenden:

B+

AB+

B-

AB-

Kann rote Blutkörperchen von folgenden Spendern erhalten

0-

B-

Kann für Patienten mit folgender Blutgruppe spenden:

B+

AB+

Kann rote Blutkörperchen von folgenden Spendern erhalten

0-

0+

B-

B+

Kann für Patienten mit folgender Blutgruppe spenden:

A-

A+

AB-

AB+

Kann rote Blutkörperchen von folgenden Spendern erhalten

0-

A-

Kann für Patienten mit folgender Blutgruppe spenden:

A+

AB+

Kann rote Blutkörperchen von folgenden Spendern erhalten

0-

0+

A-

A+

Kann für Patienten mit folgender Blutgruppe spenden:

AB-

AB+

Kann rote Blutkörperchen von folgenden Spendern erhalten

0-

B-

A-

AB-

Kann für Patienten mit folgender Blutgruppe spenden:

AB+

Kann rote Blutkörperchen von folgenden Spendern erhalten

0-

0+

B-

B+

A-

A+

AB-

AB+

Vererbung von Blutgruppen

Blutgruppe Antigen Antikörper
A A B
B B A
AB A & B Keine Antikörper
0 Keine Antigene A & B

Mendelsche Gesetze

Die Mendelschen Gesetze beschreiben, wie die Blutgruppen des Menschen vererbt werden. Das AB0-Blutgruppensystem teilt die Menschen nach den verschiedenen Antigen-Merkmalen der roten Blutkörperchen in Blutgruppen ein.

A bedeutet, dass das Antigen A vorhanden ist, welches Antikörper gegen die Blutkörperchenoberfläche der Gruppe B produziert. Menschen der Blutgruppe B besitzen das Antigen B und somit Antikörper gegen die Blutgruppe A. Die Blutgruppe 0 besitzt keine Antigene, doch dafür die Antikörper A und B. Menschen der Blutgruppe AB haben beide Antigene A und B, jedoch keine Antikörper.

Mögliche Blutgruppenkombinationen

Jeder Mensch besitzt zwei Antigen-Merkmale, wobei immer nur eines weiter vererbt wird. Beim Neugeborenen setzt sich die Blutgruppe somit aus dem vererbten Merkmal der Mutter und dem vererbten Merkmal des Vaters zusammen. Die Merkmale A und B werden dabei untereinander gleichwertig, gegenüber dem Antigen 0 jedoch dominant vererbt. Durch diese Vererbungsverhältnisse ergeben sich je nach den vererbten Antigen-Merkmalen der Eltern verschiedene Blutgruppenkombinationen für das Kind.

Sogar bei gerichtsmedizinischen Gutachten oder Vaterschaftsnachweisen spielen die Blutgruppen-Erbregeln eine große Rolle, da über die Blutgruppe eines Kindes die möglichen Blutgruppen der Eltern ermittelt werden können. Besitzen z. B. beide Eltern die Blutgruppe AB oder sind reinerbig A oder B, können sie keine Kinder mit einer mischerbigen (A0 oder B0) oder gar der Blutgruppe 0 haben.

WÄHLE DIE BLUTGRUPPEN
DER ELTERN

MUTTER

A
AAA0
B
BBB0
AB
AB
0
00

VATER

A
AAA0
B
BBB0
AB
AB
0
00
A
AAA0
B
BBB0
AB
AB
0
00

Die Blutgruppe

ergibt sich aus den Antigen-Merkmalen entweder reinerbig oder mischerbig.
Es wird jeweils nur ein Antigen-Merkmal an die nächste Generation vererbt.

Unterrichtseinheit Blut

Bildung, Wissen & Materialien zum Thema Blutspende

Das Deutsche Rote Kreuz gibt gemeinsam mit dem Zeitbild Verlag Unterrichtsmaterialien für Schüler und Lehrer heraus. Die Materialien können über den folgenden Link kostenfrei heruntergeladen werden oder als App installiert werden. 

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