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Deutschlandkarte der DRK-Blutspendedienste

Mehr Spendewillige im Jahr 2025 bei sinkender Erstspenderquote: Blutspende-Routine als Schlüssel für die stabile Patientenversorgung – besonders bei seltenen Blutmerkmalen

Springe, 31. März 2026

+++ Blutspende-Routine ist für Patienten mit seltenen Blutmerkmalen überlebenswichtig 
+++ Spezielle Blutkonserven sind nur aufwändig zu erhalten 
+++ Anteil der Erstspender war 2025 weiter rückläufig, bestehende Blutspender kommen regelmäßiger

Im letzten Jahr ist die Erstspenderquote weiter gesunken, bestehende Blutspender besuchten die Spendetermine dafür regelmäßiger. Doch besonders für die Versorgung von Patienten mit seltenen Blutmerkmalen sind neue Spender wichtig.  
Die zwei wichtigsten Blutmerkmale sind die Blutgruppe und der Rhesusfaktor. Bei einer Übertragung von Blut eines Menschen auf einen anderen (Bluttransfusion) muss die Verträglichkeit von Spender- und Empfängerblut gegeben sein. Daher werden grundsätzlich vor jeder Bluttransfusion die zwei wichtigsten Blutmerkmale, die Blutgruppe und der Rhesusfaktor, bestimmt. Darüber hinaus erfolgt eine Antikörpersuche (Suche nach Antikörpern gegen fremdes Blut) und gegebenenfalls eine Identifizierung, gegen welche Blutgruppenmerkmale (Antigene) diese Antikörper gerichtet sind. In seltenen Fällen benötigen Patienten eine „spezielle“ Blutkonserve, die genau diesen individuellen Anforderungen entspricht – und dafür braucht es Blutspender mit diesem „speziellen Blut". Blutkonserven mit einer entsprechend seltenen Konstellation werden kurzfristig für mögliche Patientenanforderungen zurückgehalten. Sollte die Konserve nicht vorrätig sein, werden Blutspender mit der notwendigen Konstellation persönlich kontaktiert und zu einer kurzfristigen Blutspende gebeten. Die einzelne Blutspende wird anschließend individuell verarbeitet, untersucht und der behandelnden Klinik zur Verfügung gestellt. Solche Fälle kommen regelmäßig vor, zuletzt im März 2026 im Landkreis Oldenburg. Für einen Patienten wurde eine Blutkonserve mit speziellen Merkmalen dringend benötigt – daraufhin wurde eine Spenderin vom DRK-Blutspendedienst NSTOB angerufen, die kurzentschlossen dem Aufruf folgte. Schon am Folgetag konnte der behandelnden Klinik diese besondere Blutkonserve zur Verfügung gestellt werden. 

Blutspende-Routine – ein Schlüssel für stabile Versorgung
Nicht nur der demografische Wandel fordert neue Blutspender, auch solche Fälle wie in Oldenburg profitieren von neuen Spendern. Je mehr Personen Blut spenden, desto größer ist die Chance, eine passende Blutkonserve für Patienten mit besonderen Anforderungen zu finden. Die gemeinnützigen Blutspendedienste des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), die rund 75 Prozent der Blutversorgung in Deutschland sichern, verzeichneten im Jahr 2025 ein leicht gestiegenes Blutspendeaufkommen. Insgesamt 3.182.081 Spendewillige sind auf den 40.506 organisierten Blutspendeterminen der DRK-Blutspendedienste erschienen. Das entspricht einem moderaten Plus von knapp 1 % gegenüber dem Vorjahr.

Der Anstieg ist vor allem darauf zurückzuführen, dass Menschen, die ohnehin schon spenden, dies noch kontinuierlicher tun. Gleichzeitig zeichnet sich eine strukturelle Entwicklung mit bundesweiter Relevanz ab: Die Zahl der aktiven Spendenden ist leicht rückläufig, während die durchschnittliche Spendefrequenz steigt. Ein wachsender Anteil der Blutversorgung wird damit von besonders engagierten Stammspenderinnen und Stammspendern getragen.

Auch das bundesweite Durchschnittsalter der Spenderinnen und Spender liegt mit 46,7 Jahren weiterhin auf einem konstant hohen Niveau. Eine spürbare Verjüngung der Spenderbasis ist bislang nicht erkennbar. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels gewinnt diese Entwicklung für die zukünftige Sicherung der Blutversorgung zusätzlich an Bedeutung. Parallel setzt sich ein Trend fort: Die Quote der Erstspendewilligen sinkt weiter. Bundesweit registrierten die DRK-Blutspendedienste im Jahr 2025 insgesamt 283.054 Erstspendewillige. Das sind zwar nur knapp zwei Prozent weniger als im Vorjahr – für eine nachhaltige Stabilisierung der Blutversorgung wäre jedoch eine deutlich stärkere Dynamik beim Spendernachwuchs erforderlich.

Die aktuellen Zahlen zeigen daher ein differenziertes Bild: Viele langjährige Spenderinnen und Spender helfen weiterhin zuverlässig – dafür gebührt ihnen höchster Respekt und Anerkennung. Bislang gelingt es jedoch noch nicht ausreichend, Menschen, die noch nicht oder erst seit Kurzem Blut spenden, dauerhaft zum regelmäßigen Blutspenden zu motivieren. Gerade deshalb bleibt eine breite und verlässliche Spenderbasis eine zentrale Voraussetzung für die Resilienz des Gesundheitswesens. Eine jederzeit gesicherte Versorgung mit Blutpräparaten gehört zur unverzichtbaren Infrastruktur der medizinischen Versorgung – im Klinikalltag ebenso wie in außergewöhnlichen Belastungssituationen.

Die DRK-Blutspendedienste appellieren deshalb bundesweit an die Bevölkerung: Wer gesund ist und Blut spenden kann, sollte regelmäßig einen Termin wahrnehmen. Ohne eine verlässliche Blutspende-Routine wird es zunehmend schwieriger, eine dauerhaft sichere Versorgung mit Blutpräparaten zu gewährleisten. Gleichzeitig bleibt es entscheidend, insbesondere jüngere Menschen frühzeitig für die Blutspende zu begeistern und sie langfristig als Spenderinnen und Spender zu gewinnen.

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Felix Roeren
DRK-Blutspendedienst NSTOB
stellv. Pressesprecher

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