Inhaltsseiten: Bild
Blutkonserven

Ruhig Blut – Alle Fragen zum Coronavirus (SARS-CoV-2)

27.04.2020
Markus Baulke

Das Wichtigste vorweg: Wenn du gesund und fit bist, kannst du Blut spenden. Auch in Zeiten der Grippewelle, grassierender Erkältungen und des Coronavirus (SARS-CoV-2), benötigen wir dringend Blutspenden, damit die Patienten weiterhin sicher mit Blutpräparaten in Therapie und Notfallversorgung behandelt werden können! Auch wenn in der weiteren dynamischen Entwicklung um den Coronavirus in den Kliniken elektive (geplante Operationen) Eingriffe verschoben werden sollten, werden Blutpräparate zur Versorgung der Patienten in akuten Notsituationen und chronisch Kranker weiterhin dringend benötigt. 

Was ist das Corona-​Virus?

SARS-​CoV-2 (severe acute respiratory syndrome coronavirus 2) ist ein neuartiges Coronavirus, das zuerst in der Chinesischen Region Wuhan aufgetreten ist. Coronavirus ist die geläufigste Bezeichnung für das neuartige Virus aus China. Dessen offizieller Name, den die WHO festgelegt hat, lautet Sars-​CoV-2. Ca. 80% der Infektionen mit SARS-​CoV 2 verlaufen mit milden Symptomen oder symptomfrei. Ein kleiner Teil der Patienten erkrankt schwer. Die aus dem Virus resultierende Lungenkrankheit heißt Covid-​19. Das Risiko, sich zu infizieren, wird vom Robert Koch Institut als hoch eingeschätzt. Diese Gefährdung variiert aber von Region zu Region (Stand 17.03.2020).

Kann ich jetzt noch Blut spenden?

Ja, denn jede Blutspende zählt und wird dringend benötigt.

Die DRK-​Blutspendedienste beobachten die Lage rund um die Verbreitung des neuartigen Coronavirus (Sars-​CoV-2) sehr aufmerksam und stehen hierzu in engem Austausch mit den verantwortlichen Behörden. Grundsätzlich gilt wie immer: Wer Blut spenden möchte, sollte sich gesund und fit dafür fühlen. Die aktuell geltenden Zulassungsbestimmungen für die Blutspende gewährleisten weiterhin einen hohen Schutz für Blutspender und Empfänger.

Wie immer gilt: Menschen mit grippalen oder Erkältungs-​Symptomen sollen sich erst gar nicht auf den Weg zu einer Blutspendeaktion machen, die anwesenden Ärzte auf unseren Blutspendeterminen werden sie in diesen Fällen nicht zur Spende zulassen.

Das Thema wird sehr sensibel gehandhabt, wir möchten aber auch vor Panik warnen. Nicht Jeder, der einen Schnupfen hat, ist mit SARS-CoV-2 infiziert und der Aufenthalt in der Öffentlichkeit unter Berücksichtigung der empfohlenen Vorsichtsmaßnahmen führt nicht zu einer Infektion. 

Finden die öffentlichen Blutspendetermine weiter statt?

Blutspenden werden trotz Coronavirus (SARS-CoV-2) und den daraus resultierenden Kontaktbeschränkungen weiter täglich benötigt. Auch wenn Operationen in den Kliniken reduziert wurden, kommen Blutpräparate - insbesondere in der Krebstherapie und bei der Notfallversorgung - zum Einsatz. Einzelbestandteile wie Blutplättchen, auf die Patienten z.B. während einer Chemotherapie angewiesen sein können, sind außerdem nur wenige Tage haltbar. Aus diesem Grund ist die laufende Blutspende für die Versorgung der Bevölkerung so wichtig.

Welche Vorsichtsmaßnahmen trifft der Blutspendedienst?

Aktuell haben wir folgende Vorkehrungen zur Sicherheit von Blutspendern und Helfern auf allen Blutspendeterminen getroffen:

  • Vor Betreten des Spendelokals weisen wir über Aufsteller darauf hin, dass Spender, die sich nicht gesund und fit fühlen, das Spendelokal erst gar nicht betreten sollen.
  • Es stehen am Eingang Desinfektionsstationen für die Hände bereit.
  • Schon beim Betreten des Blutspendelokals wird die Temperatur jedes Blutspenders gemessen.
  • Alle ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter tragen einen Mundschutz
  • Alle Spender werden gebeten mit einem Mundschutz zu erscheinen. Für die Spender, die keinen eigenen Mundschutz besitzen, geben die Mitarbeiter des Blutspendedienstes Schutzmasken aus.
  • Es wird auf einen sicheren Abstand zwischen den Spendern geachtet.
  • Auch die Spendeliegen werden mit Sicherheitsabstand aufgebaut.
  • Warteschlangen sollen durch zusätzliches Personal vermieden werden.  
  • Ein reduziertes Imbissangebot soll dazu beitragen, die Aufenthaltszeit der Spender auf dem Termin so gering wie möglich zu halten.
Inhaltsseiten: Bild
Herstellung von Blutpräparaten

Sind Blutpräparate für die Transfusionsempfänger sicher?

Bisher gibt es keine Berichte, dass bei Infizierten, die keine Symptome zeigen, das Virus im Blut vorkommt. Auch bei anderen Erregern respiratorischer Infektionen, insbesondere Influenza, gibt es keine Hinweise auf Infektionen durch eine Transfusion.

Somit wird das Risiko einer Infektion mit SARS-CoV-2 durch Transfusion von nicht-virusinaktivierten Blutkomponenten als sehr gering eingeschätzt. Zu dieser Einschätzung kommt auch das European Center for Disease Prevention and Control (ECDC) in seinem aktuellen „Risk Assessment“.

Wie kann ich persönlich vorbeugen und mich schützen?

Grundsätzlich gilt: Der beste Schutz liegt bei dir selbst:  

  • Achte auf eine gute Handhygiene: Wasche dir gründlich und auch häufig die Hände (Handgelenke, Fingerzwischenräume und das Nagelbett)
  • Befolge die "Nies- und Hustenetikette": Verwende Einmaltaschentücher, niese in die Armbeuge, und drehe dich von anderen Menschen weg.
  • Fasse dir mit den Händen nicht ins Gesicht.
  • Denke auch einmal daran, dein Handy zu reinigen, auch auf dieser Oberfläche wimmelt es oftmals von Keimen.

Warum ist deine Blutspende gerade jetzt so wichtig?

Unsere Grundaufgabe, die Versorgung der Patienten in Niedersachsen, Bremen, Sachsen-Anhalt und Thüringen muss weiterhin sichergestellt werden.
Für unser Versorgungsgebiet beträgt der tägliche Bedarf bis zu 3.000 Blutspenden.
Viele Erkrankte erhalten ihr Leben lang Präparate, die aus Spenderblut gewonnen werden. Mittelfristig sind insbesondere Menschen mit Tumorerkrankungen, die sich in einer Chemo-​ oder Strahlentherapie befinden, auf die kontinuierliche Gabe von Blutpräparaten angewiesen, um die Nebenwirkungen dieser Therapien zu überstehen. Rund ein Fünftel aller benötigten Blutpräparate werden für Krebspatienten benötigt. 

Sollten über einen Zeitraum von mehr als einer Woche nicht genügend Blutspenden eingehen, wäre die Patientenversorgung innerhalb kurzer Zeit nicht mehr abzusichern. Der Grund ist die kurze Haltbarkeit einiger Blutpräparate.

Aus einer Blutspende werden drei verschiedene Typen von Blutpräparaten gewonnen: 

  • Ein Erythrozytenkonzentrat, dass die roten Blutkörperchen enthält, kann maximal 49 Tage eingesetzt werden.
  • Die Thrombozyten (Blutplättchen) sind nur vier Tage einsetzbar.
  • Nur Blutplasma ist länger lagerfähig, jedoch kann es auch hier schnell zu Engpässen kommen.

Denkbare Folgen wären die Verschiebung geplanter Operationen für einen längeren Zeitraum, sowie eine Gefährdung insbesondere von Krebspatienten während einer Chemo-​ bzw. Strahlentherapie. 

Deshalb finden unsere Blutspendetermine in aller Regel auch weiterhin statt. Aktuelle Termine findest du hier: https://www.blutspende-leben.de/blutspendetermine/

12 % bei Verletzungen aus Straßen-, Sport-, Berufs- und Haushaltsunfällen 16 % bei Herzerkrankungen bei Magen- und Darmkrankheiten 16 % bei Leber- und Nierenkrankheiten 6 % bei Blutarmut und Blutkrankheiten 5 % bei Geburten 4 % bei Knochen- und Gelenkkrankheiten 4 % weitere Einsatzgebiete 18 % bei Krebserkrankungen 19 %
weitere Einsatzgebiete 18 % 4 % bei Knochen- und Gelenkkrankheiten 4 % bei Geburten 5 % bei Blutarmut und Blutkrankheiten 6 % bei Leber- und Nierenkrankheiten 12 % bei Verletzungen aus Straßen-, Sport-, Berufs- und Haushaltsunfällen 16 % bei Magen- und Darmkrankheiten 16 % bei Herzerkrankungen 19 % bei Krebserkrankungen

Darf ich Blut spenden, wenn ich zu einer erkrankten Person Kontakt hatte?

Derzeit bitten wir 

  • Personen, die unter Quarantäne nach Kontakt mit einer Coronavirusinfizierten Person stehensowie
  • Personen, die innerhalb der letzten vier Wochen aus dem Ausland zurückgekehrt sind und/oder
  • Kontakt hatten zu Infizierten bzw. Personen, die unter Quarantäne nach Kontakt mit Infizierten stehen und/oder
  • Fieber, Husten oder andere Anzeichen einer Atemwegserkrankung hatten

den Blutspendetermin nicht zu besuchen.

Werden Blutspenden auf das neue Virus Covid-​19 getestet?

Nein. Da eine Übertragbarkeit des Coronavirus (SARS-​CoV-2) über das Blut ist nicht  zu erwarten ist, werden zurzeit keine Tests durchgeführt.

Das Paul-​Ehrlich-Institut, Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, hat im Verbund mit drei Instituten für Virologie die Labordaten von SARS-​CoV-2-Infizierten ausgewertet. Im Blut asymptomatischer Patienten wie auch bei Patienten mit weniger ausgeprägten Symptomen konnte kein SARS-​CoV-2-Genom nachgewiesen werden.

Wie ist die aktuelle Versorgungslage mit Blutpräparaten

Die Versorgung mit Blutpräparaten ist derzeit gesichert. Vor dem Hintergrund der pandemischen Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-​CoV-2, kann sich die Versorgungslage aber in kürzester Zeit drastisch verschärfen. Deshalb appelliert der DRK-​Blutspendedienst, in den kommenden Wochen die angebotenen Blutspendetermine wahrzunehmen und einen Beitrag zur Sicherung der Patientenversorgung auch in Zeiten der SARS-​CoV-2-Pandemie zu leisten.

Bei Bedarf werden wir diesen Beitrag fortschreiben und ergänzen.  

 Wichtige Links und weiterführende Informationen

Aktuelle Informationen des Robert-Koch-Institutes (RKI)

AUTOR

Inhaltsseiten: Bild
Markus Baulke
Markus Baulke

DRK-Blutspendedienst NSTOB

Pressesprecher

Kommentare

Ich habe blutarmut und nehme Tabletten. Gehöre ich zur Risikogruppe von covid 19?

1. Warum sollte der Blutspendedienst qualifiziert sein, dir das zu beantworten?

2. Die Erkenntnisse, wer zur Risikogruppe gehört, ändern sich wöchentlich. Ging ja von "die Lunge ist das Problem" am Anfang bis zu "erhöhtes Thromboserisiko" jetzt. Kannst ja mal ein bisschen recherchieren. Eigenverantwortung.

Ich wollte heute Blut spenden. Ich habe mit meiner 6-jährigen Tochter eine halbe Stunde draußen in der Schlange gestanden, mehrere ehrenamtliche Helfer waren draußen und haben Süßigkeiten verteilt. Kurz vor der Tür kommt dann eine Mitarbeiterin raus und fragt, ob ich mein Kind irgendwo "parken" könne, denn mit rein dürfe es im Moment nicht. Da war ich ziemlich vor den Kopf gestoßen, denn diese Information habe ich im Vorfeld nirgendwo gefunden. Selbstverständlich kann ich als Alleinerziehende Mutter meine 6-jährige Tochter NICHT irgendwo parken. Die Begründung, man wolle so wenig Menschen wie möglich im Spendezentrum haben, kann ich verstehen, aber ob die Schlange nun eine Person länger ist oder kürzer, macht im Moment nun wirklich keinen Unterschied.
Ich bin wirklich verärgert! Wenn es diese Information im Vorfeld auf der Webseite gegeben hätte oder meinetwegen auch draußen bei der Schlange, aber ne halbe Stunde warten um dann abgekanzelt zu werden ist wirklich ärgerlich.

Am 5. Mai wollte ich 64 (Mehrfachspender) und meine beiden Kinder (Neuspender) in Worpswede spende gehen und wurden abgewiesen.
Es wurde uns ein Infoblatt in die Hand gedrückt darauf stand das Leute über 60 und Neuspender wegen der jetzigen Situation nicht genommen werden.

Gaby Kramer

20.05.2020, 11:34 Uhr

Hallo, ich wohne direkt an der holländischen Grenze und fahre hin und wieder sowohl beruflich als auch zum einkaufen kurz rüber. Muss ich dann auch 4 Wochen bis zur nächsten Blutspende warten?

Frauke Euteneneuer

20.05.2020, 12:18 Uhr

Guten Tag!
Wollte eigendlich vergangene Woche hier in Holzminden, in der Neupostolische Kirche, zum 81.mal spenden. Da ich aber Gehbehindert seit der Geburt bin und mit dem Dreirad komme,, wurde mir wie sonst nicht per Einharken geholfen. Kann man für solche Fälle keinen Rollator organisieren, so daß man trotzdem Spenden kann. ( Meinen Rollator, paßt nicht auf meinem Dreirad Korb, da er größer wie der Korb ist)
Wäre toll, wenn dies machbar wäre.

Liebe Frauke, das ist natürlich ein Problem. Vielleicht kannst du dich direkt an den DRK-Ortsverein in Holzminden wenden, der die Blutspende durchführt. Du erreichst sie unter 0172 5386663 oder per Mail unter: drk-bereitschaft-holzminden@web.de. Ich hoffe, ihr findet eine gemeinsame Lösung, damit du beim nächsten Mal wieder zur Blutspende kommen kannst! Alles Gute Laura vom Blutspendedienst

Andreas Wünsch

22.05.2020, 01:01 Uhr

Hallo zusammen,
ich war neulich bei einem Blutspendetermin und wurde leider nach zweifacher Messung des Hb-Wertes an der Fingerkuppe abgewiesen; der Wert war etwas zu niedrig. Warum wird derzeit nicht auch wie sonst üblich am Ohrläppchen gemessen? Haben Ohren Corona? ;-)

Ich komme aus Niedersachsen und spende bereits seit einiger Zeit Blut. Aktuell habe ich keine Möglichkeit, meine Kinder ( 5 und 8 ) am Blutspendetag anderweitig unterzubringen. Kann ich diese mitbringen oder kann ich diesen Termin dann nicht wahrnehmen?


Neuen Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
Mit dem Absenden meiner Daten erkläre ich mich damit einverstanden, dass diese vom DRK-Blutspendedienst NSTOB gespeichert und zu Zwecken der Kontaktaufnahme in Bezug auf meine Anfrage verarbeitet werden. Personenbezogene Daten, Privatadressen und E-Mail Adressen werden selbstverständlich vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben.
Zurück