Tipps & Fragen

Tipps für Blutspender

Hier findest du allgemeine Tipps, wie du dich fit für die Blutspende machen kannst.

Fragen und Antworten zur Blutspende

Wichtigkeit der Blutspende

Alle sieben Sekunden braucht laut Statistik ein Mensch in Deutschland ein Blutpräparat. Am häufigsten benötigen Krebspatienten Spenderblut: Eine Leukämiepatient bekommt bis zu 14 Konserven pro Woche. Mit einer Blutspende können bis zu drei Patienten, die auf Blutpräparate angewiesen sind, lebenswichtige Hilfe erhalten. 

Die DRK-Blutspendedienste in Deutschland benötigen jeden Tag ca. 15.000 Spendewillige, um ihren Versorgungsauftrag erfüllen zu können. Allein in Niedersachsen sind dies 2.300 Blutspenden! Weltweit sind es 107 Millionen Blutspenden pro Jahr. Dabei werden deutschlandweit auf mehr als 42.000 Spendeterminen im Jahr ca. 3 Mio. Vollblutspenden entnommen. Der DRK-Blutspendedienst NSTOB organisiert etwa 10.000 Spendetermine im Jahr, wofür die Entnahmeteams jährlich 2,5 Mio. Kilometer zurücklegen. Allein in Niedersachsen und Bremen sind es ca. 6.500 Termine pro Jahr.

Es gibt immer wieder saisonale Engpässe z. B. im Mai (Feiertage) und im Sommer (temperaturabhängig). Blutprodukte können durch ihre kurzen Haltbarkeiten nicht auf Vorrat hergestellt werden – daher können verstärkte Nachfragen der Kliniken schnell zu Engpässen führen.

In den Sommermonaten sinkt die Zahl der Blutspenden, da sich viele Menschen draußen aufhalten, Spendepausen nach Auslandsaufenthalten haben und ungern bei Hitze spenden. Gleichzeitig bleibt der Bedarf der Krankenhäuser allerdings gleich. Zusätzlich können durch die begrenzten Haltbarkeiten nicht alle Blutpräparate gelagert werden. Dadurch kann es im Sommer immer wieder zu Engpässen in der Blutversorgung kommen.

Der größte Bedarf liegt bei Blutgruppe 0 negativ – diese Blutgruppe kann im Notfall allen Patienten transfundiert werden

Voraussetzungen für die Blutspende

Grundsätzlich darf jeder gesunde Mensch ab seinem 18. (voll geschäftsfähig) und bis zu seinem 73. Geburtstag beim DRK zur Blutspende gehen. Wichtig ist die Entscheidung des Arztes vor Ort, der der nach Prüfung der Spendertauglichkeit durch Anamnese, körperliche und  Laboruntersuchungen festlegt, ob ein Spender zur Blutspende zugelassen wird, vorübergehend zurückgestellt oder sogar dauerhaft ausgeschlossen werden muss. Männer können sechs Mal, Frauen vier Mal in zwölf Monaten spenden, wobei zwischen den Einzelspenden ein Abstand von mindestens acht Wochen eingehalten werden muss.

Zum Schutz des Empfängers, wie auch zu seinem eigenen Schutz darf man z. B. kein Blut spenden, wenn man dem Risiko für übertragbare Infektionen wie HBV, HCV oder HIV ausgesetzt ist oder von Ihnen betroffen ist. Das trifft auch für Angehörige zu, die im gleichen Haushalt leben. Nach größeren Operationen, Tätowierungen, Piercings, Ohrlochstechen etc. ist eine Blutspende nach einem Mindestabstand von vier Monaten wieder möglich. Wenn man Antibiotika genommen hat, kann man 4 Wochen nach Absetzen des Wirkstoffes wieder Blut spenden. In unserem Spende-Check kannst du vorab prüfen, ob du voraussichtlich aktuell Blut spenden kannst.

Für die Spenderaufnahme benötigen wir einen amtlichen Lichtbildausweis (Personalausweis oder Führerschein).

Grundsätzlich darf jeder gesunde Mensch ab einem Alter von 18 Jahren (voll geschäftsfähig) bis zu seinem 73. Geburtstag beim DRK zur Blutspende gehen. Darüberhinaus entscheidet der Arzt vor Ort, nach Prüfung der Spendetauglichkeit durch Anamnese, körperliche und  Laboruntersuchungen ob ein Spender zur Blutspende zugelassen wird.

Männer dürfen sechs Mal im Jahr zur Spende gehen, Frauen vier Mal pro Jahr. Alle blutspendeabnehmenden Organisationen unterliegen Auflagen, die vom Paul-Ehrlich-Institut und der Bundesärztekammer vorgegeben sind. Die gesetzgebenden Institutionen berufen sich auf Studien, die besagen, dass Frauen grundsätzlich weniger Eisen im Blut haben und durch die Menstruation auch noch zusätzlich Blut verlieren. Deswegen ist es aus Gründen der Spendersicherheit für Frauen sicherer, nur bis zu vier Mal im Jahr zu spenden.

Diabetiker mit Tabletteneinnahme dürfen spenden, als insulinpflichtiger Diabetiker ist man aus Gründen des Spenderschutzes ausgeschlossen. Hierbei geht es um den Insulinspiegel im Körper.

Nein, während der Schwangerschaft kannst du kein Blut spenden. Eine Blutspende ist erst sechs Monate nach der Entbindung wieder möglich unter der Voraussetzung, dass bereits abgestillt wurde.

Flüchtlinge können beim DRK Blut spenden, sofern sie

  • nicht aus einem Gebiet kommen, welches sie vorrübergehend von einer Spende ausschließt (z. B. Malaria-Gebiet)
  • die Spendertauglichkeitskriterien erfüllen
  • über ein amtliches Ausweisdokument mit Lichtbild verfügen
  • einen festen Wohnsitz in Deutschland haben
  • sowie über ausreichende deutsche Sprachkenntnisse verfügen. Diese sind nötig, um den Spenderbogen sowie das Arztgespräch selbstständig bewältigen zu können. Ein Dolmetscher ist nicht erlaubt, da das Arztgespräch unter vier Augen stattfinden muss und die Vertraulichkeit dessen nicht mehr gegeben wäre.

Richtlinien

Männer, die Sex mit Männern hatten oder haben (nicht zwangsläufig nur Homosexuelle), sind in Deutschland nur dann zur Blutspende zugelassen, wenn das letzte sexuelle Risikoverhalten 12 Monate zurück liegt. Das Deutsche Rote Kreuz steht für Integration und gegen jede Form von Diskriminierung. Wir sind aber an die Hämotherapie-Richtlinien des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) und der Bundesärztekammer gebunden, die das erhöhte Infektionsrisiko dieser Gruppe beschreiben. Diese belegen statistisch, dass das Risiko einer Infektionskrankheit (z. B. HIV) unter homosexuellen Männern höher ist, weshalb hier besondere Anforderungen gelten. Diese Regelung gilt für alle blutspendenabnehmenden Organisationen.

Ablauf der Blutspende

Eine Blutspende besteht aus sieben Schritten. Hier finden Sie weitere Informationen zum Spendeablauf.

Ja, es ist ein Arzt anwesend. Unsere Spender bekommen neben dem Spenderfragebogen auch noch ein Merkblatt und den Bogen zum Vertraulichen Selbstausschluss ausgehändigt. Ein Mitarbeiter vom DRK misst zusätzlich den Hb-Wert und die Temperatur des Spendewilligen. Der Teamarzt ergänzt um Blutdruck und Puls und entscheidet letztendlich, wer für eine Blutspende tauglich ist und wer nicht spenden kann.

Auf dem Blutspendetermin füllt jeder Spendewillige einen Fragebogen zu seinem Gesundheitszustand und seinen (sofern gegeben) Vorerkrankungen aus. Ein Arzt vor Ort klärt dann im persönlichen Gespräch auf Basis dieser Angaben, ob der- oder diejenige zur Blutspende zugelassen werden kann.

Gründe für eine vorübergehende Rückstellung können zum Beispiel ein zu niedriger Hämoglobin-Wert, eine Zahnarztbehandlung, eine frische Tätowierung oder andere medizinische Eingriffe sein. Auch der Aufenthalt in Ländern mit Infektionskrankheiten wie z. B. Malaria, Hepatitis oder Zika-Virus bedeutet, dass der/die Spender(in) für einige Zeit aus Empfängerschutzgründen kein Blut spenden darf.

Viele Spender wissen zum Beispiel nicht, dass sie in einem Malaria-Gebiet waren und dass das Blut für andere Patienten nicht verwendet werden kann. Wir haben in Deutschland aufgrund dieser strengen Richtlinien (Richtlinie Hämotherapie, Gesamtnovelle 2017) die sichersten Blutprodukte der Welt.

Es müssen nicht genau 500 ml sein. Hier geben die Hämotherapierichtlinien wie auch unsere Zulassungsbedingungen die Menge von max. 450 – 500 ml vor. Dies ist der validierte Herstellungsvorgang, der qualitativ geeignete Präparate produziert und deren Menge aus medizinischer Sicht vom Spender gut vertragen wird sowie Verluste relativ schnell wieder ausgeglichen werden können.

Obwohl die Blutspende an sich zwar nur 5-10 Minuten dauert, sollte man für den gesamten Ablauf etwa eine Stunde Zeit mitbringen.

Aufwandsentschädigung

Blut ist durch nichts zu ersetzen. Deshalb ist Blutspenden eine gegenseitige Hilfe, aus der niemand einen finanziellen Nutzen ziehen soll. Unterstützt von verschiedenen internationalen Institutionen wie der Weltgesundheitsorganisation (WHO), arbeiten die Blutspendedienste des Deutschen Roten Kreuzes weltweit auf der Grundlage strenger ethischer Normen, zu denen auch das Prinzip der Unentgeltlichkeit gehört. Niemand soll aus finanzieller Not zur Blutspende gebracht werden. Auch müssen jedem Patienten – ungeachtet seiner finanziellen Lage – Blut oder Blutprodukte verabreicht werden können.

Dieser ethische Grundsatz wird von vielen mitgetragen, z. B. auch von

  • den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern des DRK
  • den zahlreichen Firmen und Behörden, die während der Arbeitszeit das Blutspenden ermöglichen
  • den Medien, die kostenlos Anzeigenraum und Sendezeit spenden
  • den öffentlichen und privaten Einrichtungen, die Räume für Blutspendeaktionen kostenlos zur Verfügung stellen

Im Rahmen anderer Spendearten werden aufgrund des höheren Aufwands der Spender Aufwandsentschädigungen gezahlt. So zum Beispiel bei der Plasmaspende.

Nach der Blutspende

Nach der Blutspende ist es wichtig, viel zu trinken, damit der Flüssigkeitsverlust wieder ausgeglichen wird. Ebenfalls sollten Sie zur Stärkung etwas essen sowie eine Ruhepause von mindestens zehn Minuten unter Aufsicht einhalten, um den Körper zu entlasten. Außerdem empfehlen wir nach der Spende auf größere körperliche Anstrengungen, wie z. B. den Besuch des Fitness-Studios oder einer Sauna, zu verzichten. Spender, die mit dem eigenen Pkw oder Motorrad zum Spendetermin anreisen, sollten 30 Minuten warten bevor sie wieder am Straßenverkehr teilnehmen dürfen. Bei Spendern in Berufen mit erhöhtem Risiko, z. B. Personenbeförderung, sind längere Wartezeiten nach der Spende vorgeschrieben. Raucher sollten auch nach der Spende ca. vier Stunden warten, bevor sie eine Zigarette rauchen, da sich das Nikotin negativ auf den Kreislauf des Spenders auswirken kann

Jede Blutspende wird in den hochmodernen Laboren des DRK-Blutspendedienstes vor der Weiterverarbeitung auf Infektions- und Geschlechtskrankheiten untersucht.

Abgegebene Blutspenden werden nicht 1:1 transfundiert, sondern jeder Patient bekommt das Präparat, welches er benötigt. Dazu werden Vollblutspenden in den DRK-Instituten Springe und Dessau in ihre Bestandteile aufgetrennt – es entstehen drei Präparate: rote Blutkörperchen (Erythrozyten), Blutplättchen (Thrombozyten) und Blutplasma.

Als Erstspender wird der Blutspenderpass ca. vier Wochen nach der Blutspende zugestellt. Wir hoffen auf Verständnis, dass die Zustellung aufgrund interner Verarbeitungsprozesse ein wenig Zeit in Anspruch nimmt. Sollten bei der Untersuchung des Spenderblutes Auffälligkeiten entdeckt werden, melden wir uns zeitnah bei dem jeweiligen Spender zurück.

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